Warum die Verwendung phytogener Futterzusätze in der Aufzucht von Mastschweinen sinnvoll ist

 
pigs in barn

© Hiphoto40 (gettyimages): Phytogene für Mastschweine-Futter

 
 

Auf der Grundlage dieser Umfrage würden PFA jährlich in 5 % der gesamten Nutztier-Futtermittelmenge weltweit eingesetzt werden. Die Hauptgründe für den Einsatz von PFA sind bessere Verdaulichkeit, antimikrobielle Eigenschaften im Zusammenhang mit Strategien für den Austausch von antibiotischen Wachstumsförderern (AGP), verbesserte Futterverwertung und höhere Futteraufnahme.

Bessere Verdaulichkeit bedeutet der Umfrage zufolge „vollständigere Verwertung von Futter und dadurch bessere Futtereffizienz und geringere Emissionen für eine bessere Umweltbilanz“. Dies wiederum steht mit einem wachstumsfördernden Effekt und höherer Futterverwertung in Verbindung.

Mit Fokus auf die Aufzucht- und Mastphase von Schweinen (20–115 kg Körpergewicht), die in der Schweineproduktion 60–70 % der Gesamtkosten ausmacht, nennen Kunden bessere Verdaulichkeit und Futterverwertung (sowie höhere Fleischqualität) neben gleichzeitig geringeren Arzneimittelkosten als Hauptgründe und Hauptziele ihrer Verwendung von PFA. In einigen Regionen sind geringere Emissionen aufgrund von ökologischen Überlegungen eindeutig ein wichtiger Grund. Diese letzteren Argumente sind in der EU und in den USA bereits seit einiger Zeit wichtig, gewinnen aber auch in Lateinamerika sowie in Nord- und Südostasien an Bedeutung. Schließlich stehen auch Produktionskosten und Kapitalrenditen stets im Zentrum des Interesses.

Vorteile phytogener Zusätze

Die Umfrage fasst darüber hinaus die wichtigsten Vorteile zusammen, die Kunden an PFA schätzen. Diese sind (in absteigender Folge):


1) bessere Futtereffizienz/bessere Futterverwertung,


2) niedrigere Arzneimittelkosten,


3) besseres Wachstum (Ausschlachtung),


4) bessere Fortpflanzungsleistung,


5) größere Homogenität,


6) höhere Futteraufnahme,


7) bessere Fleischqualität,


8) Einsparungseffekte bei Nährstoffen und


9) geringere Emissionen (z. B. Ammoniak).

Bessere Verdaulichkeit für größere Futtereffizienz

 

Viele aromatische Pflanzen, Gewürze und ätherische Öle regen nachweislich die Ausscheidung von Verdauungssäften (Speichel, Schleim), die Produktion von Pankreasenzymen und die Ausscheidung von Galle in den Verdauungstrakt an und unterstützen so die Tiergesundheit (Franz et al 2010; Platel & Srinavasan, 2004; Van der Klis & Vinyeta, 2014).

 

Durch die gesteigerte Verdauungssekretion und Enzymproduktion sowie einer gesündere Darmschleimhaut werden Nährstoffe besser verdaut und absorbiert. Mehrere Studien (Maenner et al, 2011; Li et al., 2012; Ahmed, 2013) habe eine höhere ileale und fäkale Verdaulichkeit von Trockenmasse und Rohprotein aufgrund von Gaben phytogener Futterzusätze bestätigt.

Abb. 1 Aromex® Pro verbessert bei Schweinen (25–50 kg Körpergewicht) die ileale Verdaulichkeit von Rohprotein und Aminosäuren

 
 

Franz et al. (2010) quantifizierten auf der Grundlage von 26 Ferkelstudien die Wirkung von ätherischen Ölen, Kräutern und Gewürzen auf die Leistungssteigerung bei Schweinen. Sie stellten eine um 2,5 % höhere Gewichtszunahme (Spanne von -5 % bis +9 %) und eine um 3 % höhere Futterverwertung (Spanne von +4 % bis -10 %) ohne Veränderung bei der Futteraufnahme (Spanne von -9 % bis +5 %, Mittel +0,5 %) fest. Dies führt zu einem höheren Leistungsindex und einer besseren Verwertung von Nährstoffen (höhere Gewichtszunahmen bei vergleichbarer Futteraufnahme von Ferkeln). Dieselben Autoren beschreiben die primäre Wirkungsweise wachstumsfördernder Futterzusätze als die positiven Effekte auf das Ökosystem der Magen-Darm-Mikroflora, da potenzielle Pathogene in Schach gehalten werden. Tiere sind daher mikrobiellen Toxinen und anderen unerwünschten Stoffwechselprodukten wie Ammoniak und biogenen Aminen weniger ausgesetzt und profitieren von besserer Darmgesundheit. Dieser letztere Effekt wirkt sich positiv auf die Homogenität von Schweinen aus.

Abb. 2. Aromex® Pro im Mastschweine-Futter verbessert die Produktionsleistung

 
 

In einem Versuch der Freien Universität Berlin wurde die Wirkung von Aromex® Pro (100 ppm) auf die Verdaulichkeit von Nährstoffen und die Leistung von Schweinen mit 25–50 kg Körpergewicht ausgewertet. Die Anreicherung des Schweinefutters mit PFA führte zu einer erkennbaren Verbesserung der ilealen Verdaulichkeit von Rohprotein und Aminosäuren von > 3,0 % (Abb. 1). Abb. 2 zeigt darüber hinaus, dass die Zugabe von Aromex® Pro im Mastschweinefutter nicht nur die Produktionsleistung (Tageszunahme: 5,2 %, P=0,004; Futtermittelumwandlungsquote: 3,6 %, P<0,001), sondern auch die Kotkonsistenz (Daten nicht dargestellt) verbessert.

Abb. 3. Aromex® fördert antioxidative Enzyme und senkt die Lipidperoxidation

 
 

Eine nähere Prüfung der Körpergewichtsdaten am Ende einer an Delacons Performing Nature Research Center durchgeführten Studie (42 Tage Versuchsdauer; Sauen und kastrierte Eber: durchschnittliches Körpergewicht von 30–80 kg zu Beginn und Ende der Versuchsdauer; 12 Wiederholungen je Behandlung; 3 Schweine/Wiederholung) zeigte deutlich, dass die Verbesserungen nicht nur auf die Gewichtszunahme beschränkt waren. Die in Abb. 3 dargestellten Daten zeigen klar, dass das Körpergewicht der Schweine durch die Gabe von Aromex® Pro im Vergleich zur Kontrollgruppe besser verteilt war. Dieser Parameter ist in Feldstudien zwar schwierig zu bestätigen, da es in kommerziellen Betrieben fast unmöglich ist, Schweine einzeln zu wiegen, aber er ist dennoch einer Betrachtung wert, da sich Homogenität auf die Managementkosten landwirtschaftlicher Betriebe stark auswirkt. Darüber hinaus ergab die oben erwähnte Umfrage (Sciences & Solutions, Phytogenics, 2017), dass Homogenität einen der Hauptvorteile von PFA darstellt, den Kunden am meisten schätzen.

 
 

Die Futtermittelergänzung mit ätherischen Ölen fördert antioxidative und entzündungshemmende Aktivität, wie kürzliche Studien ätherischer Öle bestätigten (z. B. Saleh (2010), Brenes & Roura, 2010; Miguel, 2010; De Cassiada Silveira, 2013, Zeng 2014). Cai et al. (2004) wiesen eine klare Beziehung zwischen der Fähigkeit zum Einfangen von Radikalen und der phenolischen Natur ätherischer Öle nach. Saleh (2010) fand, dass von insgesamt 248 ätherischen Ölen aus 18 botanischen Familien medizinischer, wilder und Kräuterpflanzen nur 7 % eine hohe Wirkung als Antioxidantien und Radikalfänger (reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies (RNS)) aufwiesen und dass diese Wirkung mit Bestandteilen wie oxygenierten Monoterpenen, Monoterpenkohlenwasserstoffen und Monoterpenphenolen zusammenhängt. Ätherische Öle wirken darüber hinaus indirekt als Antioxidantien, indem sie die intrazelluläre Produktion antioxidativer Enzyme wie SOD und GSH-Px anregen (Franz et al, 2010). Dies gilt sowohl für phenolische ätherische Öle (z. B. Oregano- und Thymianöl) als auch für nichtphenolische ätherische Öle (z. B. Kurkuma- und Rosmarinöl).


Mueller et al. (2012) zufolge regen phytogene Futterzusätze das antioxidative System von Ferkeln durch direkte oder indirekte antioxidative Wirkung an und können so den Gesundheitsstatus von Tieren verbessern. Unter den Ölen von Lippenblütlern bietet Oreganoöl hohes antioxidatives Potenzial, während Rosmarin sehr wirksam antioxidative Enzyme fördert.

Abb. 4. Wirkung von Aromex Pro auf die Körpergewichtsverteilung von Schweinen mit einem Durchschnittsalter von 114 Tagen nach einer 42-tägigen Fütterungsperiode

 
 

Aromex® ME und Pro verfügen dank ihrer einzigartigen Mischung ätherischer Öle über hohe antioxidative Wirkung, wie eine an der Nanjing Agricultural University in China durchgeführte Ferkelstudie nachwies (Abb. 4). Antioxidative Wirkungen haben positive Effekte auf die Tiergesundheit und die Qualität des Endprodukts: Sie erhöhen eventuell den Nährstoffwert des Futters, verbessern die oxidative Stabilität und verlängern die Haltbarkeit von Fett, Fleisch und Eiern (Franz et al., 2010).

 

Geringere Ammoniakemissionen

 

Ammoniak zählt zu den wichtigsten Emissionsgasen der Nutztierhaltung. Es wirkt sich negativ auf die Umwelt sowie die Gesundheit von Menschen und Tieren aus, indem es das Atemwegsepithel angreift und Tiere so infektionsanfälliger macht. Ammoniak tritt darüber hinaus auch ins Blut über und macht eine Entgiftung erforderlich. Aromex® Pro verringert Ammoniakemissionen durch:

 

  • Nährstoffeffekte: gesteigerte Verdaulichkeit von Proteinen und damit geringere Verfügbarkeit von Proteinen im Dickdarm und bessere Proteinverwertung (bessere Stickstoffbilanz)
  • Saponineffekte: Hemmung der Ammoniakbildung, geringere Aktivität proteolytischer Bakterien im Dickdarm, Bindung von Ammoniak und Hemmung der Ureaseaktivität.

 

Die Ergänzung von Mastschweine-Futter mit 100 ppm Aromex® Pro führt im Durchschnitt zur Verringerung der Ammoniakemissionen um 20–25 %, je nach der Körpergewichtsspanne der Aufzucht- bzw. Mastschweine (Tabelle 1) und der Belüftungsrate als wichtige Variablen bei optimalem Rohproteingehalt im Futter.

Tabelle 1: Wirkung von Aromex® Pro auf Ammoniakemissionen in der Aufzucht von Mastschweinen, gemessen in drei Experimenten, die in Klimakammern an Delacons Performing Nature Research Center durchgeführt wurden

 

Kosten und Kapitalrenditen

 

Die wirtschaftlichen Vorteile einer um 2,5 % verbesserten Futterverwertung (Senkung von 2,57 auf 2,50) bedeuten in der Aufzucht und Mast von Schweinen (20–107 kg Körpergewicht) unter Zugrundelegung von durchschnittlichen Futterkosten von 254 Euro/MT sowie einer Mortalität von 4 % und Arzneimittelkosten von 2 Euro/Schwein (kommerzielle Daten von SIP Consultors, 3tres3.com, 31. März 2017) eine um 36 Euro pro Sau und Jahr höhere Marge. Dies entspricht einem Vorteil von 4,60 Euro pro MT Aufzucht- und Mastfutter. Rechnet man zu dieser um 2,5 % besseren Futterverwertung noch die geringere Mortalität (1-prozentige Senkung von 4 % auf 3 %) und die geringeren Arzneimittelkosten (Senkung von 2 Euro auf 1 Euro/Schwein) hinzu – dies entspricht den durchschnittlichen Verbesserungen mit Aromex® Pro im Vergleich zu Kontrollfutter – steigt die Marge pro Sau und Jahr auf 64 Euro und der Vorteil pro MT Futter auf 9,20 Euro. Die Kapitalrendite schwankt je nach Futtermittelkosten zwischen 2,5 und 4,5.


Mit Aromex® ME und Pro bringt Delacon nun die Vorteile, die Kunden von phytogenen Futterzusätzen erwarten, in die gewinnbringende, nachhaltige Schweineproduktion.

 

 

Dieser Artikel wurde von Milling und Grain im Mai 2017 in Perendale Publishers veröffentlicht.

Produktlinie Aromex

Aromex® ME and Aromex® Pro sind phytogene Futtermittelzusatzstoffe, die die synergistischen Effekte von pflanzlichen Aktivsubstanzen ausnützt. Sie sind gekennzeichnet durch eine ausgewählte Zusammensetzung von phytogenen Wirkstoffen - aus ätherischen Ölen und weiteren Pflanzenextrakten - und perfekt an die Bedürfnisse von Mastschweinen angepasst. Aromex® ME and Aromex® Pro sind zusammengesetzt aus einer Formel von mikroverkapselten ätherischen Ölen.


 


In Aromex® Pro, Delacon eine einzigartige Mischung an Saponinen entwickelt um die Ammoniak-Bildung sowie Geruchsemissionen zu reduzieren bei gleichzeitiger Steigerung der Verdaulichkeit. Darüberhinaus sorgen die ausgewählten Saponine für eine Erhöhung des Nährstofftransportes in den Enterozyten und somit wird weiter die Nährstoffverdaulichkeit erhöht.


 


Um das völlige Wachstumspotenzial von Mastschweinen auszuschöpfen, müssen die Tiere entsprechend ihrer jeweiligen Lebensphase optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Die Kombination aus verschiedenen pflanzlichen Wirkstoffen in Aromex® (ME und Pro) verlangsamt die Darmpassage ohne dabei die Futteraufnahme zu beeinträchtigen. Das Zusammenspiel einer erhöhten Nährstoffaufnahme und -verwertung sowie einer verbesserten Nutzung des Energie- und Proteinangebots führt zu einer gesteigerten Wachstumsrate und dadurch zu mehr Profitabilität für die Produzenten. Zusätzlich steigern die Futtermittelzusätze der Produktlinie Aromex® die Stresstoleranz aufgrund des hohen antioxidativen Potentials der eingesetzten phytogenen Wirkstoffe.


Aromex® Pro hemmt überdies die Ammoniakbildung während der Mastphase und hat somit positiven Einfluss auf die Umwelt und das Wohl der Schweine.

 
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