Millennial Foodies: Interaktion mit den Konsumenten von heute und den Verbrauchern von morgen

 

“Die Konsumenten haben die Macht, jeden Aspekt der Nutztierhaltung zu verändern. Ihre Anliegen und ihre Akzeptanz der Produktionsmethoden sollten entscheidend dafür sein, wie unsere Kunden (Mischfutterhersteller und Landwirte) und wir selbst unser Geschäftsmodell organisieren”, sagt Delacons CEO Markus Dedl. Im Zuge dessen beauftragte Dedl eine Umfrage unter den Millennial Foodies, um weitere Einblicke in ihre Erwartungen an die Lebensmittelindustrie zu bekommen.

 

Gegenüber der Baby Boom Generation ist die Generation X zahlenmässig überlegen und somit auch um einiges einflussreicher. Die Millennials, geboren zwischen den frühen 80ern und Mitte der 90er, sind die am besten ausgebildete und kulturell vielfältigste Gruppe aller Generationen. Eng verbunden zu ihrem sozialen und ökologischen Umfeld, werden sie im Jahr 2020 wahrscheinlich rund die Hälfte der Arbeitskräfte stellen, so die Erwartungen. Sie sind die Konsumenten von heute und werden die Verbraucher von morgen sein. “Jene Gruppe beschäftigt sich intensiv damit, was auf ihren Teller kommt und woher dieses Essen stammt. Und genau mit ihnen möchten wir kommunizieren” sagt Dedl und fährt fort: “Die Themen Tierwohl, gutes Verfahrensmanagement und natürliche Inhaltsstoffe im Futter bieten eine hervorragende Möglichkeit, mit den Millennials in Kontakt zu treten.”

 

Delacon's CEO talks about millennial foodies

© Delacon

 
 

Markus Dedl: “Wir bei Delacon sind Pioniere. An der Spitze der Industrie zu stehen bedeutet aber auch, über die Grenzen des Tagesgeschäfts zu blicken. Wir möchten eine Informationsbasis schaffen, die weit darüber hinaus geht, was man von uns erwartet. Damit können wir unseren Kunden helfen, die besten Lösungen für ihre Kunden anzubieten."

 
 

“Es ist wichtig zu wissen, was die Welt auf Verbraucherebene bewegt. Wir entwickeln und produzieren Futtermittelzusatzstoffe, unsere Kunden stellen Futtermittel her und ihre Kunden wiederum produzieren tierisches Eiweiß. Somit gibt es ein großes Potenzial, mit den Verbrauchern zu interagieren und sie darüber zu  informieren, wie wir ihren Proteinbedarf decken. Die Landwirtschaft steckt derzeit in einem gewissen Dilemma, was das Vertrauen der Konsumenten und die Kommunikation mit ihnen anbelangt. Es ist wichtig, transparent zu sein - dazu ist es notwendig mit den Verbrauchern direkt zu kommunizieren und eine ehrliche Geschichte zu erzählen."

 

 

"Natürlich sind phytogene (pflanzliche) Futtermittelzusätze nicht auf dem Radar des Durchschnittsverbrauchers. Doch Millennial Foodies machen sich durchaus Gedanken um das Wohlbefinden der Tiere und um die Umwelt. Bei der Auswahl ihrer Lebensmittel suchen Verbraucher aktiv nach Angaben wie „Aufzucht unter tierfreundlichen Bedingungen“, „Aufzucht unter vollständigem Verzicht auf Antibiotika“ und „Aufzucht mit Rücksicht auf den Umweltschutz". Sie können gut nachvollziehen, dass die Aufzucht und Fütterung von Hühnern mit Kräutern und Pflanzenextrakten zum allgemeinen "Wohlbefinden" beiträgt. Die Vorteile der Fütterung von pflanzlichen Futtermittelzusätzen sind nicht von der Hand zu weisen und liefern eine überzeugende Geschichte: Sie haben das Potenzial, die Darmgesundheit zu fördern, die Ammoniakemissionen zu reduzieren und stellen eine bewährte Alternative zu Antibiotika dar."

Delacon CEO Markus  Dedl in interview

© Delacon

 
 

"Zuerst einmal war ersichtlich, dass die Bedeutung von pflanzlichen Futtermittelzusätzen verstanden wurde. Neun von zehn (87 %) Millennial Foodies geben an, dass mit phytogenen Substanzen produziertes Fleisch und Geflügel einen positiven Einfluss auf ihre Markenwahl hätte.

Zweitens gibt es einen Weg, wie wir mit ihnen kommunizieren können. Fast zwei Drittel von ihnen sehen sich Lebensmitteletiketten genauer an. Dies bietet eine bisher ungenutzte Möglichkeit für Lebensmittelmarken, sich mithilfe der starken Geschichte hinter den phytogenen Futtermittelzusatzstoffen von anderen Marken abzuheben."

 
 

"Wenn die Millennial Foodies wüssten, dass die Tiere mit phytogenen Futtermittelzusätzen gefüttert werden, hätten 62% von ihnen ein gutes Gefühl hinsichtlich der Wahl ihrer Lebensmittel und das wiederum würde uns helfen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Über dieses Ergebnis, können wir mit unseren Kunden sprechen und daraus Marketing- und Kennzeichnungsstrategien zur Differenzierung ihrer Lebensmittelmarken ableiten. Wie bereits erwähnt, sehen wir es als Vorreiter als unsere Pflicht an, unsere Kunden durch die Entwicklung und Bereitstellung von vielversprechenden Lösungen zu unterstützen. Diese Lösungen haben Vorteile für die Landwirte, für die Tiere, für die Umwelt und natürlich für die Verbraucher."

 

 

"Verbraucher und Gesetzgeber verlangen, dass die Nutztierindustrie eine gesunde Produktion gewährleistet und nur ein Minimum an Medikamenten eingesetzt wird, wenn unbedingt notwendig. Phytogene Substanzen helfen dieses Ziel zu erreichen, indem beispielsweise die Darmgesundheit und -integrität bei Tieren unterstützt werden.
Allerdings kommt die “Silberkugel”, die alle Antibiotika ersetzen kann, nicht von uns alleine. Realistisch gesehen, sind wir nur ein Teil der antibiotikafreien Lösung. Wir haben festgestellt, dass es einige gute Kombinationen unter phytogenen Substanzen und beispielsweise veresterten MCFA's (mittelkettigen Fettsäuren) gibt. Deren Wirkung kann jedoch nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn wir die Probleme, mit denen die Tiere konfrontiert sind, kennen und verstehen."

 

Delacon's CEO talks about millenial foodies

© Delacon

 
 

"Das Verbot in vielen Ländern, medizinisch relevante Antibiotika als Leistungsförderer subtherapeutisch einzusetzen, hat die Verbreitung von phytogenen Substanzen sicherlich beschleunigt, besonders in den USA.

Wir verkaufen unsere Produkte aber auch in Ländern, in denen Antibiotika noch erlaubt sind. Allerdings wissen viele, dass es ein 'Fälligkeitsdatum' für Antibiotika gibt und suchen aktiv nach Alternativen. Natürlich können wir nicht alle Probleme an einem Tag lösen. Es ist wie beim Fahren eines Elektroautos - ich werde dadurch den Planeten nicht retten, aber es ist mein Beitrag zur Rettung des Planeten, der mir ein gutes Gefühl gibt. Und das ist der ultimative Grund, der Menschen tagtäglich antreibt.”

 

 

 Dieses Interview wurde von Fabian Brockotter in Poultry World Juni 2017 veröffentlicht.

 
 
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