Die Natur standardisieren: Wie man bei phytogenen Futtermittelzusätzen konsistente Qualität erzielt

Arbeitet man mit der Natur, können Rohstoffe in ihren Wirkungsweisen variieren. Umso wichtiger, bei der Auswahl auf Forschung, Qualitätsmanagement und Standardisierung zu setzen. Nur wenige Unternehmen haben das Know-how, natürliche Substanzen für phytogene Futtermittelzusatzstoffe zu standardisieren und so gleichbleibende Qualität garantieren zu können.

Ein Interview mit Jacqueline Wolfschlucker, Laborleiterin, und Andreas Pichler, Qualitätsmanagement, beide Experten der Firma Delacon, dem Pionier und Weltmarktführer im Bereich phytogene Futtermittelzusatzstoffe. 2017 enthielten etwa zwei Prozent des weltweit produzierten Mischfutters phytogene Futtermittelzusatzstoffe von Delacon.

Was fällt unter den Begriff „Standardisierung“ von phytogenen Futtermittelzusatzstoffen?

Andreas Pichler: Wir definieren phytogene Futtermittelzusatzstoffe als standardisierte Mischungen aus natürlichen Extrakten und Pflanzenstoffen mit messbaren Ergebnissen. Es sind Mischungen aus natürlichen Rohmaterialien, deren Konzentrationen homogen ist. Andererseits steht ‚standardisiert‘ auch für die Homogenität und gleiche Qualität an Rohmaterialien in allen Produkt-Chargen.

Warum ist Standardisierung entscheidend für einheitliche phytogene Produkte?

Jacqueline Wolfschlucker: Von Beginn an, seitdem wir den Begriff phytogene Futtermittelzusatzstoffe geprägt haben, setzen wir auf natürliche, pflanzliche Inhaltsstoffe. Denn Aktivsubstanzen innerhalb einer Pflanze können natürliche Synergieeffekte freisetzen. Sie zeigen ein breiteres Wirkungsspektrum als naturidentische Wirkstoffe.

Allerdings variieren die Wirkungsweisen natürlicher Substanzen in ihrer Konzentration. Bedingt durch unterschiedliche Wachstumsbedingungen, Erntezeiten, Pflanzenarten, und Herkunft. Deshalb ist Standardisierung entscheidend für eine gleichbleibende Qualität phytogener Futtermittelzusatzstoffe.

Manche Unternehmen greifen daher auf synthetische Einzelsubstanzen zurück, sogenannte „naturidentische Substanzen“. Sie sind stärker konzentriert und können leichter standardisiert werden.

Wie erreicht man gleichbleibende Qualität von natürlichen Inhaltsstoffen?

Andreas Pichler: Die Basis sind standardisierte Prozesse und eine rigorose Qualitätskontrolle – angefangen bei der Evaluierung und Auswahl von Rohmaterialien, bis hin zu den fertigen phytogenen Futtermittelzusatzstoffen. So wählen wir zum Beispiel unsere Rohstofflieferanten nach FAMI QS aus, dem anerkannten Qualitäts- und Sicherheitssystem für Spezialfutterkomponenten. Parameter für Nachvollziehbarkeit, die Analyse von Rohmaterialien, Kontrolle der Produktionsprozesse und Hygienebestimmungen werden in diesem Zertifikat definiert. Zudem führen wir Analysen durch, die über die Maßstäbe von FAMI QS und EU-Verordnungen hinausgehen.

Jacqueline Wolfschlucker: Das firmeneigene Labor ist im gesamten Qualitätsmanagement eingebunden. Mithilfe standardisierter Parameter werden die Substanzen in den angelieferten Rohstoffen, sowie den hergestellten phytogenen Futtermittelzusatzstoffen analysiert und überprüft. Die erforderlichen Werte werden zuvor von einem Expertenausschuss – Qualitätsmanagement, Regulatory Affairs, Forschung und Entwicklung – festgelegt.

Entsprechen die Ergebnisse den Erwartungen, werden die Rohmaterialien für die Produktion, oder das Endprodukt für die Auslieferung freigegeben. Um die Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, werden alle Proben mindestens zwei Jahre aufbewahrt.

Warum sollten Hersteller auf standardisierte phytogene Futtermittelzusatzstoffe setzen?

Jacqueline Wolfschlucker: Die Wirksamkeit eines Produkts ist kein Zufall. Will man gleichbleibende Wirkungsweisen in seinen Produkten, sollte man bei der Auswahl auf standardisiertes Qualitätsmanagement achten. Jeder phytogene Futtermittelzusatzstoff, der unseren Ausgang passiert, erfüllt unsere Qualitätsanforderungen, welche auf Forschung basieren. Das heißt, dass das Produkt die effektive Menge an Wirkstoffen enthält und somit konsistente Wirksamkeit in der Tierernährung zeigen kann.

Andreas Pichler: Unabhängige Behörden sind ein zusätzlicher Hinweis auf die Verlässlichkeit eines Produkts. Zum Beispiel erfüllen nur streng standardisierte natürliche Inhaltsstoffe die hohen Qualitätsanforderungen der EU. Wir haben als erstes und bislang einziges Unternehmen eine zootechnische Zulassung für zwei phytogene Futtermittelzusatzstoffe erhalten. Das ist eine klare unabhängige Auszeichnung für Standardisierung und Rückverfolgbarkeit, denn die zootechnische Registrierung bestätigt die Wirksamkeit und Sicherheit unserer phytogenen Futtermittelzusatzstoffe.